Viagra

und Geburtenrate in Deutschland: Wie hängen Verkäufe, Fruchtbarkeit und demografische Entwicklung zusammen?

Viagra gehört zu den bekanntesten Arzneimitteln zur Behandlung der erektilen Dysfunktion. Neben seiner medizinischen Bedeutung wirft der Wirkstoff Sildenafil eine interessante wirtschaftliche und gesellschaftliche Frage auf: Können steigende Verkäufe von Viagra dazu beitragen, dass in Deutschland mehr Kinder geboren werden? Und welche Rolle spielen dabei die männliche Fruchtbarkeit, die sexuelle Gesundheit und der Zugang zu einer wirksamen Behandlung?

Die Frage ist sowohl für die pharmazeutische Industrie als auch für die Gesundheitsökonomie relevant. Einerseits kann die Behandlung von Erektionsstörungen Paaren helfen, ihren Kinderwunsch leichter zu verwirklichen. Andererseits hängt die Geburtenentwicklung von zahlreichen Faktoren ab, darunter das Alter potenzieller Eltern, wirtschaftliche Unsicherheit, Partnerschaft, medizinische Fruchtbarkeit und die persönliche Familienplanung.

Die verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass ein Zusammenhang zwischen der Behandlung erektiler Dysfunktion und bestimmten reproduktiven Ergebnissen plausibel ist. Sie belegen jedoch nicht, dass steigende Viagra-Verkäufe in Deutschland automatisch zu einer höheren Geburtenrate führen. Für eine solche Aussage wären vergleichbare Verkaufsdaten und eine belastbare statistische Analyse erforderlich.

1. Viagra in Deutschland: Markt, Nachfrage und medizinische Bedeutung

Viagra ist ein Markenpräparat mit dem Wirkstoff Sildenafil. Sildenafil gehört zur Gruppe der Phosphodiesterase-5-Hemmer, kurz PDE-5-Hemmer, und wird zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingesetzt. Der Wirkstoff unterstützt bei sexueller Stimulation die Durchblutung des Penis und erleichtert dadurch das Erreichen und Aufrechterhalten einer Erektion.

Der deutsche Markt umfasst sowohl das Originalpräparat Viagra als auch zugelassene Sildenafil-Generika. Für Verbraucher sind insbesondere der Preis, die medizinische Eignung, die Verfügbarkeit und die ärztliche Beratung wichtige Auswahlkriterien.

Aus wirtschaftlicher Sicht müssen mehrere Kennzahlen voneinander unterschieden werden:

  • Absatz: die Zahl der verkauften Packungen oder Einheiten eines Arzneimittels.
  • Umsatz: der mit dem Verkauf erzielte Geldbetrag.
  • Verordnungsvolumen: die Zahl der ausgestellten oder eingelösten Verschreibungen, abhängig von der verwendeten Datenquelle.
  • Behandlungsreichweite: die Zahl der Patienten, die tatsächlich Zugang zur Behandlung erhalten.
  • Geburtenzahl: die Zahl der in einem bestimmten Zeitraum geborenen Kinder.
  • Geburtenrate beziehungsweise Fertilitätsrate: demografische Kennzahlen, die unterschiedliche Sachverhalte messen und nicht mit Verkaufszahlen gleichgesetzt werden dürfen.

Diese Unterscheidung ist entscheidend. Ein Umsatzanstieg kann beispielsweise auf höhere Preise, veränderte Packungsgrößen oder einen Wechsel von Generika zu Markenpräparaten zurückgehen. Er muss nicht bedeuten, dass mehr Männer behandelt werden oder mehr Schwangerschaften entstehen.

2. Wie entwickelt sich die Geburtenrate in Deutschland?

Die demografische Entwicklung liefert den notwendigen Hintergrund für die Frage, ob ein Zusammenhang zwischen dem Markt für Potenzmittel und der Zahl der Geburten bestehen könnte.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden im Jahr 2025 in Deutschland 654.241 Kinder geboren. Das waren 3,4 Prozent weniger als im Jahr 2024, als 677.117 Lebendgeborene registriert wurden. Die Geburtenzahl erreichte damit den niedrigsten Stand seit 1946.

Auch die zusammengefasste Geburtenziffer ging zurück: Sie lag 2025 bei 1,32 Kindern je Frau, verglichen mit 1,35 im Jahr 2024. Die Geburtenentwicklung in Deutschland zeigt somit für diesen Zeitraum keinen Anstieg, sondern einen weiteren Rückgang.

Diese Zahlen stammen aus den Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes zur Geburtenentwicklung in Deutschland. Sie beschreiben die demografische Situation, erlauben aber keine unmittelbare Aussage über die Entwicklung der Viagra-Verkäufe.

Warum sinkende Geburtenzahlen nicht allein medizinisch erklärt werden können

Die Zahl der Geburten wird durch mehrere Faktoren beeinflusst. Dazu zählen die Zahl der Menschen im typischen Familiengründungsalter, das Alter bei der Geburt des ersten Kindes, wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Wohnkosten, Partnerschaftssituation und individuelle Lebensentscheidungen.

Hinzu kommen medizinische Faktoren wie Fruchtbarkeitsstörungen, chronische Erkrankungen und altersbedingte Veränderungen der reproduktiven Gesundheit. Erektile Dysfunktion ist dabei nur ein möglicher Faktor unter vielen.

Die Behandlung einer Erektionsstörung kann die Möglichkeit zum Geschlechtsverkehr verbessern. Sie beseitigt jedoch nicht automatisch andere Ursachen eingeschränkter Fruchtbarkeit und garantiert keine Schwangerschaft.

3. Können steigende Viagra-Verkäufe die Geburtenrate erhöhen?

Die wissenschaftlich korrekte Antwort lautet: Ein positiver Einfluss ist in bestimmten Situationen plausibel, aber ein direkter Zusammenhang zwischen steigenden Viagra-Verkäufen und einer höheren Geburtenrate in Deutschland ist bislang nicht ausreichend nachgewiesen.

Es gibt einen nachvollziehbaren medizinischen Mechanismus. Wenn ein Mann aufgrund einer erektilen Dysfunktion Schwierigkeiten hat, Geschlechtsverkehr zu haben, kann eine wirksame Behandlung diese Barriere reduzieren. Bei Paaren mit Kinderwunsch kann das die Möglichkeit einer natürlichen Empfängnis verbessern.

Die tatsächliche Wirkung auf die Zahl der Geburten hängt allerdings davon ab, wie häufig die Erektionsstörung der entscheidende begrenzende Faktor ist und ob weitere Voraussetzungen für eine Schwangerschaft erfüllt sind.

Der mögliche Wirkungsweg

  1. Ein Mann leidet unter einer erektilen Dysfunktion, die den Geschlechtsverkehr erschwert.
  2. Nach ärztlicher Beurteilung erhält er eine geeignete Behandlung, beispielsweise mit Sildenafil.
  3. Die Behandlung verbessert möglicherweise die Fähigkeit, Geschlechtsverkehr zu haben.
  4. Wenn beide Partner einen Kinderwunsch haben und keine anderen wesentlichen Einschränkungen vorliegen, kann sich die Gelegenheit zur Empfängnis verbessern.
  5. Ob daraus tatsächlich eine Schwangerschaft und später eine Geburt entsteht, hängt von weiteren biologischen und persönlichen Faktoren ab.

Dieser Wirkungsweg erklärt, weshalb die Behandlung von Erektionsstörungen für manche Paare mit Kinderwunsch relevant sein kann. Er beweist jedoch nicht, dass ein Anstieg der Arzneimittelverkäufe die Geburtenrate einer gesamten Bevölkerung erhöht.

4. Was sagt die wissenschaftliche Forschung über Viagra und Fruchtbarkeit?

Bei der Bewertung der Forschung müssen mindestens drei Fragen getrennt betrachtet werden: Verbessert Sildenafil die Erektionsfähigkeit? Beeinflussen PDE-5-Hemmer bestimmte Parameter der männlichen Fortpflanzungsfähigkeit? Und führt eine stärkere Nutzung dieser Medikamente tatsächlich zu mehr Geburten auf Bevölkerungsebene?

Für diese Fragen existieren unterschiedliche Evidenztypen. Klinische Studien untersuchen beispielsweise die Wirksamkeit bei Erektionsstörungen, während populationsbezogene Untersuchungen mögliche Zusammenhänge zwischen Medikamenten, Verhalten und Geburten erfassen.

4.1. Behandlung der erektilen Dysfunktion

Die Wirksamkeit von Sildenafil bei geeigneten Patienten mit erektiler Dysfunktion ist durch klinische Studien gut belegt. Das Medikament unterstützt die physiologische Erektionsreaktion, wenn sexuelle Stimulation vorliegt.

Diese Wirkung kann indirekt für Paare mit Kinderwunsch relevant sein. Sie bedeutet aber nicht, dass Sildenafil generell die männliche Fruchtbarkeit erhöht oder bei Männern ohne Erektionsstörung die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft steigert.

4.2. Sildenafil und reproduktive Parameter

Die wissenschaftliche Literatur untersucht auch mögliche Zusammenhänge zwischen PDE-5-Hemmern und bestimmten Parametern der Samenqualität, beispielsweise der Beweglichkeit von Spermien. Einzelne Studien und Übersichtsarbeiten berichten über mögliche positive Effekte bei bestimmten untersuchten Gruppen.

Solche Ergebnisse müssen vorsichtig interpretiert werden. Verbesserungen einzelner Laborparameter sind nicht automatisch gleichbedeutend mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für eine Lebendgeburt. Außerdem lassen sich Ergebnisse aus ausgewählten Patientengruppen nicht ohne Weiteres auf alle Männer übertragen.

Eine Veröffentlichung zu Empfehlungen der Fifth International Consultation for Sexual Medicine (ICSM 2024), erschienen in Sexual Medicine Reviews, fasst die Evidenz zu sexuellen Funktionsstörungen bei Männern mit Fertilitätsproblemen zusammen. Die Autoren weisen darauf hin, dass die bisherige Evidenz keine nachgewiesene Einschränkung der Fertilität oder der Lebendgeburtenrate durch orale PDE-5-Hemmer zeigt. Daraus folgt jedoch nicht, dass diese Arzneimittel als allgemeine Fruchtbarkeitsbehandlung eingesetzt werden sollten.

4.3. Genetische Analysen und die Zahl der Kinder

Eine weitere Forschungsrichtung verwendet die sogenannte Mendelsche Randomisierung. Dabei werden genetische Varianten als indirekte Hinweise auf biologische Wirkmechanismen untersucht. Solche Analysen können helfen, mögliche kausale Zusammenhänge zu erforschen, ersetzen aber keine klinischen Studien zur tatsächlichen Einnahme eines Medikaments.

Eine 2023 auf dem Preprint-Server medRxiv veröffentlichte Untersuchung untersuchte genetisch angenäherte Effekte der PDE-5-Hemmung auf verschiedene Merkmale, darunter die Zahl der von Männern gezeugten Kinder. Die Autoren berichteten einen statistischen Zusammenhang zwischen genetisch angenäherter PDE-5-Hemmung und einer höheren Zahl gezeugter Kinder.

Für die Interpretation ist eine wichtige Einschränkung erforderlich: Die Untersuchung verwendete genetische Stellvertreter für die Hemmung des Zielmechanismus und nicht die tatsächlichen Verkaufszahlen von Viagra oder eine randomisierte Behandlung mit Sildenafil. Die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht unmittelbar als Nachweis dafür interpretieren, dass mehr Viagra-Verkäufe zu mehr Geburten führen. Zudem müssen die methodischen Einschränkungen und die Übertragbarkeit auf andere Bevölkerungen berücksichtigt werden.

5. Was zeigt die Forschung zum Zusammenhang zwischen Werbung für Viagra und Geburten?

Ein besonders relevanter wirtschaftswissenschaftlicher Beitrag ist die 2020 im Journal of Marketing Research veröffentlichte Studie von Tongil „TI“ Kim und Diwas KC mit dem Titel „Can Viagra Advertising Make More Babies? Direct-to-Consumer Advertising on Public Health Outcomes“.

Die Autoren untersuchten den Zusammenhang zwischen Fernsehwerbung für Medikamente gegen erektile Dysfunktion und Geburten in den Vereinigten Staaten. Sie verwendeten unter anderem Krankenhausdaten aus Massachusetts für den Zeitraum von 2001 bis 2010 sowie US-amerikanische Geburtsregisterdaten aus den Jahren 2000 bis 2004.

Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass eine Zunahme der Werbung für Arzneimittel gegen erektile Dysfunktion mit einer höheren Geburtenzahl verbunden war. Die Autoren schätzten, dass ein Anstieg der Werbung um ein Prozent mit einem Anstieg der Gesamtgeburten um ungefähr 0,04 bis 0,08 Prozent verbunden war.

Diese Ergebnisse sind für die Gesundheitsökonomie interessant, weil sie einen möglichen indirekten Effekt von Arzneimittelmarketing auf ein gesellschaftliches Ergebnis untersuchen. Die Studie bezieht sich jedoch auf die Vereinigten Staaten und auf Werbung, nicht unmittelbar auf die Verkaufsentwicklung von Viagra in Deutschland.

Warum die US-Ergebnisse nicht direkt auf Deutschland übertragbar sind

Die regulatorischen Rahmenbedingungen unterscheiden sich erheblich. In den USA ist direkte Publikumswerbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. In Deutschland gelten dagegen deutlich strengere Einschränkungen für die Publikumswerbung für verschreibungspflichtige Medikamente.

Auch die Gesundheitssysteme, die Verteilung der Behandlungskosten, die Medienmärkte und die demografischen Rahmenbedingungen unterscheiden sich. Eine in den USA beobachtete Beziehung zwischen Werbung und Geburten kann daher nicht ohne zusätzliche Daten als Effekt für Deutschland übernommen werden.

Die Studie liefert somit einen wissenschaftlich relevanten Hinweis darauf, dass die Vermarktung von Medikamenten gesellschaftliche Auswirkungen haben kann. Sie ist kein Beweis für einen entsprechenden Effekt der Viagra-Verkäufe auf die deutsche Geburtenrate.

6. Viagra kaufen in Deutschland: Rezeptpflicht, Generika und Kosten

Wer Viagra kaufen möchte, sollte neben dem Preis vor allem die medizinische Eignung und die rechtlichen Anforderungen berücksichtigen. Sildenafil ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Der reguläre Erwerb erfolgt daher auf Grundlage einer gültigen Verschreibung über eine berechtigte Apotheke.

Ein Kauf über das Internet ist grundsätzlich möglich, sofern die Apotheke zum Versand berechtigt ist und die gesetzlichen Anforderungen an Verschreibung und Abgabe erfüllt werden. Angebote, die Viagra ohne die erforderliche Verschreibung versprechen, sollten kritisch geprüft werden.

6.1. Originalpräparat oder Sildenafil-Generikum?

Das Originalpräparat Viagra und zugelassene Sildenafil-Generika enthalten denselben Wirkstoff. Ein ordnungsgemäß zugelassenes Generikum muss die jeweils geltenden Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit erfüllen.

Für den Preisvergleich sind die Dosierung, die Packungsgröße, die Kosten pro Anwendung und die Verfügbarkeit relevant. Der Markenname allein beweist nicht, dass ein Präparat medizinisch besser geeignet ist als ein zugelassenes Generikum.

6.2. Wie lässt sich eine seriöse Online-Apotheke erkennen?

  • Prüfen Sie, ob der Anbieter im einschlägigen offiziellen Register eingetragen ist.
  • Kontrollieren Sie das EU-Sicherheitslogo und den zugehörigen Registereintrag.
  • Achten Sie auf transparente Angaben zum Betreiber und auf erreichbare Kontaktmöglichkeiten.
  • Vermeiden Sie Angebote, die die deutsche Rezeptpflicht umgehen wollen.
  • Bestellen Sie keine Arzneimittel, deren Herkunft oder Zusammensetzung nicht zuverlässig nachvollziehbar ist.

Für Informationen zum sicheren Arzneimittelkauf eignen sich die Hinweise des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), des Bundesministeriums für Gesundheit und der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA).

7. Welche Faktoren beeinflussen den Zusammenhang zwischen Potenzmitteln und Geburten?

Selbst wenn die Behandlung einer Erektionsstörung die Chancen auf eine Empfängnis in einzelnen Fällen verbessert, wird die Geburtenentwicklung durch zahlreiche weitere Einflussfaktoren bestimmt.

Alter und biologische Fruchtbarkeit

Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft hängt unter anderem vom Alter beider Partner und von der Qualität der reproduktiven Gesundheit ab. Sildenafil behandelt keine Vielzahl anderer Ursachen von Unfruchtbarkeit, beispielsweise bestimmte hormonelle Störungen oder einen erheblich eingeschränkten Spermienstatus.

Partnerschaft und Kinderwunsch

Eine bessere Erektionsfähigkeit führt nicht automatisch zu einer Schwangerschaft. Dafür müssen unter anderem ein Kinderwunsch, geeignete zeitliche Bedingungen und ausreichende biologische Voraussetzungen vorhanden sein.

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen

Wohnkosten, Arbeitsplatzsicherheit, Einkommen, Betreuungsmöglichkeiten und persönliche Lebensplanung beeinflussen, wann und ob Menschen Kinder bekommen. Diese Faktoren können die Geburtenentwicklung auf Bevölkerungsebene wesentlich prägen.

Medizinischer Zugang

Eine verbesserte Verfügbarkeit ärztlicher Beratung kann dazu beitragen, dass Männer mit Erektionsstörungen angemessene Behandlung erhalten. Der Effekt auf die Zahl der Geburten hängt jedoch davon ab, wie viele Betroffene tatsächlich einen Kinderwunsch haben und ob die Behandlung eine wesentliche Barriere beseitigt.

8. Prognose für Deutschland: Werden höhere Viagra-Verkäufe bis 2027 die Geburtenrate steigern?

Für eine belastbare Prognose müsste zunächst geklärt werden, ob die Verkaufszahlen von Viagra und Sildenafil-Generika in Deutschland tatsächlich steigen. Anschließend wäre zu untersuchen, ob Veränderungen bei der Behandlung mit Veränderungen der Geburtenzahlen zusammenhängen, nachdem andere Einflussfaktoren berücksichtigt wurden.

Eine solche Analyse müsste mindestens folgende Daten miteinander verbinden:

  • jährliche Absatz- und Umsatzdaten für Viagra und Sildenafil-Generika;
  • Verordnungsdaten nach Wirkstoff und Zeitraum;
  • Informationen über die Zahl der behandelten Patienten;
  • Geburtenzahlen und Fertilitätsraten nach Jahr und Altersgruppe;
  • demografische Veränderungen und die Zahl potenzieller Eltern;
  • Informationen zu weiteren medizinischen und wirtschaftlichen Einflussfaktoren.

Ohne diese Datengrundlage wäre es wissenschaftlich nicht vertretbar, eine bestimmte Zunahme der Geburtenrate als Folge höherer Viagra-Verkäufe zu prognostizieren.

Für den Zeitraum bis Ende 2027 ist daher folgende Einordnung angemessen: Die Behandlung von Erektionsstörungen kann für einzelne Paare mit Kinderwunsch relevant sein. Ein messbarer Einfluss auf die deutsche Geburtenrate bleibt dagegen eine offene empirische Frage. Auch steigende Verkaufszahlen allein würden keinen Beweis für einen demografischen Effekt liefern.

9. Fazit: Viagra, Fruchtbarkeit und Geburtenrate in Deutschland

Viagra und andere Arzneimittel gegen erektile Dysfunktion können eine wichtige Rolle bei der Behandlung sexueller Funktionsstörungen spielen. Wenn eine Erektionsstörung den Geschlechtsverkehr und damit die Möglichkeit einer natürlichen Empfängnis erschwert, kann eine wirksame Behandlung für Paare mit Kinderwunsch hilfreich sein.

Die wissenschaftliche Literatur bietet Hinweise auf mögliche Zusammenhänge zwischen der Behandlung erektiler Dysfunktion, bestimmten reproduktiven Parametern und der Zahl gezeugter Kinder. Eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2020 zeigt außerdem einen Zusammenhang zwischen der Werbung für Medikamente gegen erektile Dysfunktion und Geburtenzahlen. Diese Ergebnisse sind jedoch nicht gleichbedeutend mit einem Nachweis, dass höhere Viagra-Verkäufe in Deutschland die Geburtenrate erhöhen.

Die amtlichen deutschen Daten zeigen vielmehr, dass die Zahl der Geburten 2025 auf 654.241 gesunken ist und die zusammengefasste Geburtenziffer 1,32 Kinder je Frau betrug. Ohne vergleichbare Verkaufsdaten und eine kontrollierte statistische Analyse lässt sich daraus keine Korrelation mit dem Viagra-Markt ableiten.

Für Verbraucher bleibt bei der Suche nach Viagra der sichere und rechtmäßige Zugang entscheidend: Eine ärztliche Beurteilung, eine gültige Verschreibung und der Bezug über eine berechtigte Apotheke sind wichtige Voraussetzungen. Für die Wissenschaft und die Gesundheitsökonomie bleibt die zentrale Frage, unter welchen Bedingungen eine bessere Behandlung sexueller Funktionsstörungen tatsächlich zu messbaren Verbesserungen reproduktiver Ergebnisse beitragen kann.

Quellen und wissenschaftliche Datengrundlage

  • Statistisches Bundesamt (Destatis): Veröffentlichungen zu den Geburtenzahlen und zur zusammengefassten Geburtenziffer in Deutschland für 2024 und 2025. Die endgültigen Ergebnisse für 2025 weisen 654.241 Lebendgeborene und eine zusammengefasste Geburtenziffer von 1,32 Kindern je Frau aus.
  • Kim, T. I. und KC, D. (2020): „Can Viagra Advertising Make More Babies? Direct-to-Consumer Advertising on Public Health Outcomes“. Journal of Marketing Research, Band 57, Ausgabe 4, Seiten 599–616. Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Werbung für Medikamente gegen erektile Dysfunktion und Geburten in den USA.
  • Woolf, B. et al. (2023): „The association of genetically proxied sildenafil with fertility, sexual activity, and wellbeing: a Mendelian randomisation study“. medRxiv-Preprint. Untersuchung genetisch angenäherter Effekte der PDE-5-Hemmung auf die Zahl gezeugter Kinder und weitere Merkmale. Die Ergebnisse sind nicht mit einer direkten Analyse tatsächlicher Viagra-Verkäufe gleichzusetzen.
  • Sexual Medicine Reviews: „Sexual dysfunctions in male patients with infertility: recommendations from the Fifth International Consultation for Sexual Medicine (ICSM 2024)“. Wissenschaftliche Einordnung sexueller Funktionsstörungen bei Männern mit Fertilitätsproblemen und der verfügbaren Evidenz zu PDE-5-Hemmern.
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Informationen zur Arzneimittelsicherheit, Verschreibungspflicht und zum sicheren Bezug von Arzneimitteln.
  • Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Informationen zum sicheren Kauf von Arzneimitteln über das Internet und zu Risiken gefälschter Medikamente.

Methodischer Hinweis: Demografische Angaben beziehen sich auf die veröffentlichten Daten für 2025. Die wissenschaftliche Literatur zu Werbung, PDE-5-Hemmern und Fruchtbarkeit untersucht unterschiedliche Populationen und Endpunkte. Eine direkte Korrelation zwischen den Verkaufszahlen von Viagra und der Geburtenrate in Deutschland ist mit den hier dargestellten Quellen nicht nachgewiesen.

Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sildenafil ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Die Einnahme muss mögliche Gegenanzeigen und Wechselwirkungen berücksichtigen, insbesondere mit nitrathaltigen Arzneimitteln.

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